Einheit Lippramsdorfs zerschlagen - CDU-Antrag fand keine Mehrheit

Die Lippramsdorfer wählen bei der Kommunalwahl am 13. September mehrheitlich keinen Halterner Kandidaten mehr für den Kreistag, sondern einen Dorstener. Landrat Süberkrüb (SPD) machte dem Kreiswahlausschuss den Vorschlag, Lippramsdorf-Dorf in den Dorstener Wahlkreis zu verschieben. Nur die CDU stimmte gegen diesen Vorschlag, hatte jedoch keine Mehrheit für das Anliegen, Lippramsdorf nicht zu teilen und in Haltern am See zu behalten. Grund für das Bestreben des Landrates ist das Urteil des Landesverfassungsgerichtes, wonach Kommunalwahlkreise nur noch um maximal 15% vom Durchschnittswahlkreis abweichen dürfen. Eine Erreichung dieses Wertes ist für den Wahlkreis, zu dem Lippramsdorf bislang gehörte, nicht möglich. Es bleibt je nach Zuschnitt bestenfalls bei einer Abweichung von +2,27% (317 Wahlberechtigte).

 

Die CDU widersprach trotzdem und brachte über den Halterner Kreistagsabgeordneten Dr. Sebastian Gräler (CDU) einen Änderungsantrag ein. „Das Urteil des Landesverfassungsgerichts, auf das sich der Landrat beruft, bietet eine Sonderreglung, wonach in ländlichen Regionen eine größere Abweichung möglich ist, wenn dadurch die räumlichen und historisch gewachsenen Zusammenhänge gewahrt bleiben. Das ist hier definitiv der Fall“, sagt der zuständige Kreistagsabgeordnete Jörg Jedfeld (CDU). Bürgermeister Bodo Klimpel versammelte bereits Ende Januar den Halterner Wahlausschuss hinter diesem Vorschlag. Umso größer ist die Verärgerung bei der CDU vor Ort: „Ich kann überhaupt nicht verstehen, dass SPD, Grüne und FDP nicht auf ihre Vertreter im Kreistag eingewirkt haben. Vor Ort stimmten alle dem Vorschlag unseres Bürgermeisters zu, Lippramsdorf geschlossen in Haltern zu belassen. Auf Kreisebene sind ihnen die Interessen der Halterner dann egal“, ärgert sich der Halterner CDU-Vorsitzende Hendrik Griesbach. Diesen Worten schließt sich der Lippramsdorfer CDU-Chef Thomas Radzun an, der mit vielen Menschen im Dorf gesprochen hat: „Niemand versteht, dass man einen Bürgermeister und Stadtrat aus Haltern wählt, aber einen Kreistagsvertreter aus Dorsten. Damit entfremdet man die Menschen weiter von der Politik und mindert letztlich die Wahlbeteiligung.“

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